Margarete Susmann - eine Ringvorlesung: Wie viele Leben hat sie gelebt?
Margarete Susman im Netzwerk ihrer Zeit Margarete Susman (1872-1966) gehört zu den vielseitigsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Als Lyrikerin, Essayistin, Literaturkritikerin, Philosophin und jüdische Denkerin bewegt sich ihr Werk zwischen Literatur, Theologie, Philosophie und politischer Zeitdiagnose. Ihre Schriften zu Goethe und Kafka, zum lyrischen Ich, zu Geschlecht und Emanzipation, zu Judentum und Christentum sowie ihre Auseinandersetzung mit Verfolgung, Exil und Shoah zeigen ein Denken, das disziplinäre Grenzziehungen immer wieder überschreitet und gerade in dieser Beweglichkeit seine besondere Kontur gewinnt. Im Zentrum der Ringvorlesung "Margarete Susman im Netzwerk ihrer Zeit" steht Susmans jüdisches Denken in seinen literarischen, religiösen, philosophischen und politischen Zusammenhängen. Gefragt wird danach, wie sie jüdische Tradition und jüdische Existenz unter den Bedingungen der Moderne bestimmt, wie sie das Verhältnis von Judentum und Christentum reflektiert und wie historische Erfahrungen ihr Denken verändern. Zugleich richtet sich der Blick auf die intellektuellen Netzwerke, Debatten und persönlichen Beziehungen, in denen Susman schrieb und wirkte. Damit geraten nicht nur zentrale Konstellationen der deutsch-jüdischen Geistesgeschichte in den Blick, sondern auch Fragen der Literaturkritik, der Geschlechterordnung, der religiösen Selbstverständigung und der politischen Verantwortung.
Diese Veranstaltung wurde automatisch aus UnivIS importiert.