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Buchpräsentation: Roland Borgards, Büchners Tiere. Ein Bestiarium

Donnerstag, 19. November
20:00 – 22:00 Uhr

Wer Georg Büchner liest, begegnet einer erstaunlichen Fülle von Tieren. Sie finden sich in den literarischen Texten ebenso wie in den naturwissenschaftlichen Arbeiten und stehen dort keineswegs nur am Rand. Vielmehr berühren sich in Büchners Tierdarstellungen Fragen der Zoologie und Physiologie mit solchen der Ästhetik, Anthropologie und Politik. Roland Borgards hat diese Tierwelt nun erstmals in der Form eines Bestiariums versammelt. Büchners Tiere. Ein Bestiarium, 2026 im Wallstein Verlag erschienen, führt in 97 alphabetisch geordneten Einträgen von Adler bis Zweifüßler durch Büchners Werk. Mehr als 200 Abbildungen und zahlreiche Bezüge auf die Zoologie des 19. Jahrhunderts stellen die literarischen Texte zugleich in ihren wissensgeschichtlichen Zusammenhang. Neben vertrauten Tierarten wie Affen, Ameisen oder Ochsen finden sich dabei auch eigentümliche Wortbildungen und Figurationen wie die Zickwolfin , die Bestie oder der Kanaillenvogel . So entsteht ein Buch, das nicht nur nach den Tieren bei Büchner fragt, sondern danach, wie sich in ihnen Wissen, Sprache und Literatur miteinander verschränken. Roland Borgards ist Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zu seinen zentralen Forschungsgebieten gehören die Animal Studies, die Literatur- und Wissensgeschichte, die Romantik sowie das Werk Georg Büchners. Er gehört zu den prägenden Stimmen der literaturwissenschaftlichen Tierforschung und arbeitet seit vielen Jahren an den Übergängen zwischen literarischen Texten, naturwissenschaftlichem Wissen und der Geschichte des Mensch-Tier-Verhältnisses. Zudem ist er Mitherausgeber des Georg Büchner Jahrbuchsund war an der digitalen Erschließung der Marburger Büchner-Ausgabe beteiligt. In der Buchpräsentation wird Roland Borgards sein Bestiarium vorstellen und zugleich Einblicke in eine Lektüre Büchners geben, die dessen literarisches und naturwissenschaftliches Schreiben zusammendenkt. Zur Diskussion steht damit auch eine grundsätzliche Frage: Was lässt sich über Büchners Verständnis des Menschen erfahren, wenn man sein Werk einmal konsequent von seinen Tieren her liest?

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